Der Anruf kam gegen 9.30 Uhr. Ein SpaziergÀnger hatte einen Seeadler unter einer Windkraftanlage in Holtsee entdeckt. Ich fuhr umgehend zur Fundstelle. Unter der Windkraftanlage lag ein verendeter Turmfalke, welcher offen sichtlich in ein Rotorblatt geraten war. Er war bereits berupft. Es ist wahrscheinlich, dass der Seeadler den verendeten Turmfalken als Aas entdeckt hat. Dies wurde ihm zum VerhÀngnis. Ob der Adler beim An- oder Abflug erfasst wurde, kann man nicht sagen. Und ob er durch einen Genickbruch verendet ist, wird nun durch eine Untersuchung ermittelt.

WÀhrend der Dreharbeiten mit dem NDR flog ein weiterer Seeadler knapp an den drehenden Rotoren weiterer Windkraftanlagen im Windpark Holtsee vorbei. Ich vermutete zunÀchst, dass es sich bei dem erschlagenen Adler um den Terzel des Horstes am Wittensee handelt. Am Abend bestÀtigte sich dieser Verdacht aber nicht, das Paar konnte sogar kopulierend in einem Baum am Horst beobachtet werden.

Der Vorfall aus Holtsee geht mittlerweile bundesweit durch die Medien und hat selbst die sozialen Medien in verschiedenen Sprachen erreicht.

Bezeichnend ist, dass von Seiten einiger Windkraftprojektierer nun der Verdacht geĂ€ußert wird, der Adler wĂ€re absichtlich unter die Windkraftanlage gelegt worden. So schreibt beispielsweise der Chef von PLAN 8 aus Eckernförde, Dirk Jesaitis, bei Facebook: „Wenn man also mal alle Daten und Fakten nĂŒchtern zusammenfasst, dann liegt doch zumindest die Vermutung sehr nahe, dass hier irgendeine Person aus dem Bereich der Windkraftgegner sich einen toten Vogel organisiert und unter diese Windkraftanlage gelegt hat. Die Geschichte stinkt jedenfalls zum Himmel und ist vollkommen unglaubwĂŒrdig!!!“

Es ist schon beschĂ€mend, wenn ein GeschĂ€ftsmann, der sehr viel Geld mit Windkraftanlagen verdient, hier mit derartigen Vermutungen, ehrliche NaturschĂŒtzer versucht zu diskreditieren. Egal wie jemand zur Windkraft steht, es muss erlaubt sein, auch die Schattenseiten benennen und aufzeigen zu dĂŒrfen.

Der Fall liegt nun bei der Landespolizei.