Pressemitteilung des Seeadlerschutz Schlei e.V. vom 16.2.2026
zur Windkraftplanung in der Gemeinde Barkelsby
Windkraft Hemmelmark
7. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Barkelsby für die Gebiete „Windenergiegebiet Hemmelmark“ und „Windenergiegebiet Hohenstein“ sowie der Einladung zur frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch.
Die Gemeindevertretung der Gemeinde Barkelsby hat in ihrer Sitzung am 05.06.2025 beschlossen, die 7. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde für die Gebiete „Windenergiegebiet Hemmelmark“ und „Windenergiegebiet Hohenstein“ aufzustellen. Es werden folgende Planungsziele verfolgt: Darstellung von „Flächen für Windenergieanlagen – Windenergiegebiet“ als überlagernde Nutzung über „Flächen für die Landwirtschaft“.
Aus Sicht des Artenschutzes besteht eine signifikante Tötungsgefahr für das Seeadlerbrutpaar am Hemmelmarker See und dessen Nachwuchs, sollte es unweit des langjährig besetzten Horstes zum Bau eines Windindustrieparks kommen.
Am Mittwoch, 18. Februar 2026, um 19 Uhr, soll die Öffentlichkeit in der Mehrzweckhalle, Riesebyer Straße 5 in 24360 Barkelsby, beteiligt werden.
Hier geht`s zur amtlichen Bekanntmachung: https://www.amt-schlei-ostsee.de/fileadmin/Downloads/Bekanntmachungsblatt/2026/Bekanntmachungsblatt_022026.pdf
Es scheint, als wolle die Gemeinde Barkelsby das Tötungsrisiko der Adler billigend in Kauf nehmen, denn bislang zeigte man sich immer glücklich darüber, dass die Seeadler auf dem Barkelsbyer Gemeindegebiet ihr Brutrevier haben. Der Seeadlerschutz Schlei e.V. erwartet, dass die Abstandsregeln der wissenschaftlichen Arbeit der deutschen Vogelschutzwarten im „Neuen Hellgoländer Papier“, zwischen Windkraftanlagen und Seeadlerhorsten eingehalten werden. Die geplanten Gebiete Hemmelmark und Hohenstein sind aus Artenschutzgründen für den Bau von Windkraftanlagen ungeeignet und daher abzulehnen. Windkraft darf nicht über allem stehen und die Belange der Natur müssen gründlich abgewogen werden.
Das Barkelsbyer Seeadlerpaar gehört zu den erfolgreichsten Brutpaaren in Schleswig-Holstein. 2019 gab es sogar Drillinge, was bei Seeadlern äußerst selten vorkommt. https://www.shz.de/lokales/eckernfoerde/artikel/drei-seeadler-kueken-im-barkelsbyer-horst-41752832
Seit einigen Monaten wird uns immer wieder von Drohnenflügen über dem Horst berichtet. Das Anfliegen von Drohnen in Horstnähe ist eine Störung und verstößt gegen das Naturschutzgesetz. Leider werden Drohnen auch immer wieder absichtlich zur Störung von Seeadlerbrutpaaren eingesetzt, weil sie dem Bau von Industrieparks entgegenstehen. Da wir den Verursachern der Störungen bislang nicht habhaft werden konnten, bleibt der Zusammenhang zwischen Windkraft und dieser Störung bislang nur eine Vermutung.
Auf Schwansen sind alle fünf Seeadlerpaare (Barkelsby, Thumby, Waabs, Rieseby und Olpenitz) in der aktiven Balz und somit in den Brutvorbereitungen. Es ist wichtig, dass ein Altvogel nach der Eiablage immer auf dem Gelege bleibt, da dieses ansonsten bei den aktuellen Minusgraden schnell abkühlt. Seeadler sind sehr störempfindlich, ein großer Abstand zu den Horsten muss unbedingt eingehalten werden. Verlässt ein Adler sein Gelege, ist es zudem Nesträubern wie Kolkraben und Krähen schutzlos ausgesetzt.
Beitragsbild: Seeadler am 26. Januar 2026 auf seinem Horst in der Gemeinde Barkelsby / Foto: Wolfgang Herda
Herzliche Grüße
Frank Dreves
Vorsitzender
Seeadlerschutz Schlei e.V.
Gammelbyer Weg 6
24354 Rieseby/Sönderby
Tel. 04355 – 999 890
0160 – 48 48 926