Pressemitteilung vom 12.4.2026
Seeadlerhorst in Barkelsby verschwunden
Steht Drohnenabsturz in Barkelsby in Zusammenhang mit Greifvogelverfolgung?
2015 wurde in Stangheck (Angeln) eine 140 Jahre alte Eiche mit samt besetztem Seeadlerhorst illegal abgesägt. Viele Bürger vermuteten damals, dass Windindustrieplanungen, denen das Seeadlerpaar wirtschaftlich im Wege stand, der Auslöser für diese Tat waren.
In Barkelsby am Hemmelmarker See soll nun nach dem Willen der Barkelsbyer Gemeindevertreter ein Windindustriepark entstehen. Das Vorhaben liegt außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete der Regionalplanung für Windindustrie und die Gemeinde Barkelsby macht von der Gemeindeöffnungsklausel Gebrauch. Während einer kürzlich stattgefundenen Infoveranstaltung zu diesen Planungen hat der Seeadlerschutz Schlei e.V. seine Bedenken vorgetragen. Das geplante Industriegebiet unterschreitet den gesetzlichen Mindestabstand zu einem langjährig besetzten Seeadlerhorst eindeutig und würde die Seeadler vom Hemmelmarker See signifikant gefährden. Aus diesem Grund hat der Artenschutzverein angekündigt, alle rechtlichen Mittel gegen die Errichtung des Industriegebietes auszuschöpfen. Eine Pressemitteilung vom 16.2.2026 zu diesem Thema wurde durch die Tageszeitungen ignoriert. Hierin hatte der Seeadlerschutz Schlei e.V. auch auf sich seit Monaten wiederholende Störungen des Seeadlerpaares durch Drohnenanflüge hingewiesen. (Siehe PM 16.2.2026 https://seeadlerschutz.de/2026/02/16/pressemitteilung-zur-windkraftplanung-in-barkelsby/)
Das ansässige Revierpaar hatte in diesem Jahr längst mit der Brut begonnen, was durch Fotos belegt werden kann, doch vor etwa drei Wochen war der große Seeadlerhorst plötzlich verschwunden.
Die planende Firma des Windindustriegebietes ist die gleiche Firma wie vor 11 Jahren in Stangheck, weshalb in der Öffentlichkeit schnell die Frage diskutiert wurde: Zufall?
Bürger haben berichtet, dass der Seeadlerhorst nachts immer wieder von einer Drohne angesteuert wurde, offensichtlich, um die Adler bei der Brut zu stören.
Nach ersten Untersuchungen zum abgestürzten Seeadlerhorst kann ein Verschulden durch Menschenhand nicht ausgeschlossen werden, jedoch hält der Verein es für wahrscheinlich, dass der Horst bei Sturmlagen durch einen abgebrochenen Ast eines nahestehenden Baumes abstürzte.
Innerhalb weniger Tage hat das Brutpaar unweit des alten Horstes einen neuen Horst am Hemmelmarker See errichtet.
Der Seeadlerschutz Schlei e.V. appelliert an den Bürgermeister der Gemeinde Barkelsby und die einzelnen Gemeindevertreter aus Barkelsby, die Windindustrieplanungen umgehend einzustellen, um damit ein deutliches Zeichen gegen Greifvogelverfolgung zu setzen. „Es darf nicht sein, dass die Täter immer wieder mit Drohnenanflügen und anderen gezielten Aktionen gegen Brutpaare durchkommen, um damit wieder einmal der Windindustrie freies Geleit zu gewähren“, so der Vorsitzende des Seeadlerschutz Schlei e.V.
Unabhängig davon hat der Horststandort einen Schutz von fünf Jahren, da er nachweislich kürzlich noch aktiv zum Brutvorgang der Adler genutzt wurde.
Auch der nun bekannt gewordene Fund einer abgestürzten Drohne in Barkelsby könnte im Zusammenhang mit den Drohnenanflügen gegen das Adlerpaar stehen, weshalb der Seeadlerschutz Schlei e.V. dazu auffordert, nicht nur in Richtung Spionage zu ermitteln. Drohnen müssen gekennzeichnet sein und der Halter des Gerätes kann somit schnell ermittelt werden. Es dürfte also spannend bleiben, wer, mit welcher Intention, seit Monaten seine Drohne am Hemmelmarker See fliegen ließ.