Triel (Burhinus oedicnemus)
Der Triel ist ein ungewöhnlicher, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Watvogel trockener Landschaften. Mit seinen großen gelben Augen, kräftigen gelben Beinen und dem sandfarbenen Tarngefieder unterscheidet er sich deutlich von den typischen Küstenlimikolen. In Norddeutschland ist er heute ein sehr seltener Gast.
Vorkommen in Norddeutschland
Der Triel bevorzugt trockene, offene und steinige Lebensräume mit niedriger Vegetation. Dazu gehören Trockenrasen, Dünen, Kiesflächen, Brachen, Steinbrüche und großflächige militärische Übungsplätze.
Deutschland gehört heute nicht mehr zum regelmäßigen Brutgebiet. In Norddeutschland treten nur einzelne durchziehende oder umherstreifende Vögel auf.
Historisch war die Art in Teilen Mitteleuropas weiter verbreitet, verschwand aber durch Lebensraumverlust und Veränderungen in der Landnutzung aus vielen Gebieten.
Geschätzter Bestand
Ein regelmäßiger deutscher Brutbestand besteht gegenwärtig nicht. Einzelne Beobachtungen und mögliche Brutversuche ändern daran bislang nichts.
Norddeutsche Nachweise betreffen meist einzelne Vögel und sind ornithologisch entsprechend bemerkenswert.
In Süd- und Südosteuropa existieren weiterhin größere Brutbestände.
Brutverhalten
Das Nest ist eine einfache Mulde auf offenem, trockenem Boden. Der Untergrund kann aus Sand, Kies oder sehr kurzrasiger Vegetation bestehen.
Meist werden zwei Eier gelegt. Ihre gesprenkelte Färbung tarnt sie sehr gut.
Beide Eltern brüten ungefähr 24 bis 27 Tage.
Aufzucht der Jungen
Die Jungen sind Nestflüchter und verlassen den Brutplatz früh.
Sie werden von beiden Eltern geführt und können sich bei Gefahr flach auf den Boden drücken.
Die Tarnfärbung ist sowohl bei Küken als auch Altvögeln eine zentrale Schutzstrategie.
Aussehen
Der Triel erreicht etwa 38 bis 45 Zentimeter Körperlänge.
Besonders auffällig sind die großen gelben Augen mit schwarzer Pupille. Der Schnabel ist kräftig, gelb an der Basis und schwarz an der Spitze.
Das Gefieder ist sandfarben mit dunklen Längsstreifen. Die Beine sind lang und gelb.
Pracht- und Brutkleid
Zwischen Brut- und Schlichtkleid bestehen nur geringe Unterschiede.
Im Frühjahr wirken Gefiederzeichnung und Kontraste meist etwas frischer.
Schlichtkleid
Auch im Winter bleibt das sandfarbene Tarnmuster weitgehend erhalten.
Ein auffälliger saisonaler Kleidwechsel findet nicht statt.
Jugendkleid
Jungvögel ähneln den erwachsenen Tieren, wirken aber etwas matter und feiner gemustert.
Die kontrastreichen Flügelzeichnungen entwickeln sich mit zunehmendem Alter deutlicher.
Nahrung und Nahrungssuche
Trielen fressen große Insekten, Käfer, Heuschrecken, Würmer, Schnecken und gelegentlich kleine Wirbeltiere.
Die Nahrung wird überwiegend laufend am Boden gesucht, besonders in Dämmerung und Nacht.
Verhalten
Tagsüber ruhen Trielen oft regungslos und vertrauen auf ihre hervorragende Tarnung.
Nachts sind sie deutlich aktiver. Ihr weit tragender, klagender Ruf kann in Brutgebieten häufig gehört werden, obwohl die Vögel selbst verborgen bleiben.
Bedeutung Norddeutschlands
Für Norddeutschland besitzt der Triel gegenwärtig keine Bedeutung als regelmäßiger Brutvogel, ist aber als seltener Gast von besonderem faunistischem Interesse.
Große, störungsarme Trockenflächen könnten im Zuge klimatischer Veränderungen künftig wieder häufiger von der Art aufgesucht werden.
